Wealth Management: Marktausblick

Warmgelaufen – oder überhitzt?

Kevin Gardiner und Victor Balfour, Global Investment Strategists

Vorwort

Dieser letzte Marktausblick des Jahres 2021 enthält keine grundlegend neuen Empfehlungen, selbst bei erneut steigendem COVID-19-Risiko – einer offensichtlichen, aber inzwischen vielleicht etwas vertrauteren Gefahr. Im neuen Jahr sollten wir zu unseren Überzeugungen stehen.
Wir sind der Ansicht, dass das wichtigste makroökonomische Risiko immer noch eine zu hohe und nicht eine zu geringe Nachfrage ist und dass sich die Zinssätze - selbst bei (irgendwann) sinkender monatlicher Inflation – auf einem höheren Niveau als in der Zeit vor der Pandemie einpendeln werden.
Die Federal Reserve [US-Notenbank] übertrifft ihre Zielvorgaben in puncto Inflation und auch bei den Beschäftigungsvorgaben steht sie kurz davor. Inzwischen lautet die Frage nicht mehr, ob sie die Zinsen erhöhen sollte, sondern vielmehr: Warum sollte sie es nicht tun?
Für die meisten Vermögenswerte sind höhere Zinssätze schlecht und Aktien sind im besten Fall volatil. Nach einem weiteren starken Ansturm sind sie teuer und eine Anpassung der Geldmärkte und Ertragskurven könnte sie treffen. Aber die Unternehmensgewinne könnten im Rennen mit den Zinssätzen in Führung bleiben. Anleihen wiederum sind immer noch teurer als Aktien. Einige Realverzinsungen sind sogar niedriger als in den 1970er Jahren. Aus unserer Top-down-Perspektive bevorzugen wir weiterhin unternehmensorientierte Anlagen gegenüber der vermeintlichen Sicherheit von Staatsanleihen.
Unsere Ansichten zur Inflation sind nichts Neues und machen uns nicht empfänglicher für Kryptoanlagen. Die Blockchain-Technologie wird sich nicht wirklich durchsetzen. Die Suche nach der juristischen Frage, die sie auf unbeholfene Weise beantworten könnte, wird zweifellos weitergehen und weiter Energie vergeuden. Das macht sie aber noch nicht zu einer attraktiven Anlage.
Energieeffizienz ist ein zentraler Bestandteil von ESG-Anlagen. In diesem Bereich wird sich die Dynamik fortsetzen, so viel ist sicher. Weiter unten werfen wir einen Blick auf die UN-Klimakonferenz COP26 und einige mögliche Schlaglöcher auf dem weiteren Weg.
Dass sich die geopolitischen Spannungen fortsetzen, ist ebenfalls sicher. China wird nicht davon ablassen, Taiwan für sich zu beanspruchen. Und Russland wird nicht auf seinen Einfluss in der Ukraine verzichten. Frankreich wiederum steht im April erneut vor einer populistischen Herausforderung der alten Schule und ein weiterer bekannter Populist wird die Zwischenwahlen in den USA aufmerksam beobachten. Aber es ist alles andere als sicher, dass es zu dramatischen Ergebnissen kommen wird.
Der nächste Marktausblick erscheint im Februar. Wir wünschen unseren Lesern und Leserinnen ein gesundes, friedliches und erfolgreiches neues Jahr.

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