Monatlicher Marktrückblick: Februar 2022

Investment Insights Team, Investment Strategist Team, Wealth Management

Rückblick: Russlands Angriff auf die Ukraine sorgt für Verluste

Die Eskalation der Ukraine-Krise traf die Kapitalmärkte hart. Globale Aktien gaben im Februar um 2,6% nach (in USD), während Investment Grade-Anleihen um 2,1% fielen.

  • Russlands Invasion in die Ukraine erhöht das Risiko eines weiteren Konfliktes.
  • Steigende Rohstoffpreise und Sanktionen dämpfen die wirtschaftlichen Aussichten.
  • Zentralbanken könnten eine Straffung der Geldpolitik überdenken.

Der russische Angriff auf die Ukraine mit dem Potenzial einer weiteren Eskalation zwischen der westlichen Welt und Russland schlug auf die Stimmung der Anleger. Während die EU und die USA ein direktes militärisches Eingreifen vermieden, verhängten sie weitreichende Sanktionen gegen Russland. Die globalen Aktienmärkte fielen im Februar den zweiten Monat in Folge, auch wenn es zum Monatsende eine leichte Erholung gab. Aktien von Unternehmen mit einem hohen Geschäftsanteil in Osteuropa waren unter Druck, während Unternehmen aus der Öl-, Bergbau- und Rüstungsindustrie zu den Gewinnern gehörten. Die Energiepreise schnellten in die Höhe: Der Ölpreis der Sorte Brent stieg über 100 USD pro Barrel - den höchsten Stand seit acht Jahren - was die derzeitige Inflation verstärken und den Konsum belasten dürfte. Sichere Anlagen wie Staatsanleihen und Edelmetalle waren gefragt, wobei Gold auf über 1.900 USD stieg. Der Schweizer Franken war als sicherer Hafen gefragt.

USA: Wirtschaft in guter Verfassung; Fed wird Zinsen weiter anheben


Die im Laufe des Februars gemeldeten Daten zeigen, dass die US-Wirtschaft bis zur Ukraine-Krise mit einer soliden Dynamik expandierte. Die Einzelhandelsumsätze (+3,8% ggü. Vorjahr), die Industrieproduktion (+1,4%), die Aufträge für langlebige Güter (+1,6%) und die Verkäufe bestehender Häuser (6,5 Mio.) waren im Januar allesamt stark, während am Arbeitsmarkt die Arbeitskräfte knapp sind und die Inflation auf 7,5% stieg. Das FOMC-Protokoll bestätigte die Bereitschaft der Fed, die Zinssätze zu erhöhen. Dennoch löste die Ukraine-Krise einen erwarteten Zinsanstieg als Hauptsorge der Anleger ab. Die Daten für Februar zeigen eine anhaltende Wirtschaftsdynamik, z.B. kletterte der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe auf 58,6 (von 57,6) und laut ADP-Beschäftigungszahlen gab es 475 000 Neueinstellungen. In der Politik übte Biden Druck auf Russland aus, indem er die Sanktionen verschärfte, die Ukraine finanziell unterstützte und Truppen in die östlichen NATO-Staaten schickte.

Europa: Das Wachstum hat sich beschleunigt, ist aber in Gefahr


Vor dem Angriff Russlands erholte sich die europäische Wirtschaft von der Omikron-Corona-Welle und gewann an Fahrt. Der Markit Composite Einkaufsmanagerindex verbesserte sich im Februar deutlich auf 55,8 (von 52,3), vor allem dank der Erholung des Dienstleistungssektors (55,8 von 51,1). Der Ukraine-Krieg bedroht diese Erholung. Die Sanktionen dürften auch hier Unternehmen treffen und die Kaufkraft der Verbraucher schwächen. Bereits im Februar erreichte die geschätzte jährliche Inflationsrate in der Eurozone einen neuen Höchststand von 5,8%. Die Anleger haben bereits erkannt, dass die EZB bei einer Abschwächung des Wachstums von Zinserhöhungen absehen könnte.

Übrige Welt: Konträre Daten aus China; Russland wird uninvestierbar


Der chinesische Caixin Einkaufsmanagerindex stieg im Februar auf 50,4 (von 49,1), während Chinas Cyberspace-Regulierungsbehörde neue Regeln für Internetdienste plant. Der russische Aktienmarkt und der Rubel stürzten aufgrund von Sanktionen und der internationalen Isolierung des Landes ab. Das türkische BIP wuchs im 4. Quartal 2021 um 9,1%, aber die Inflation nähert sich nun der 50% Marke.

Wertentwicklung per 28.02.2022 (in lokaler Währung)

Anleihen Rendite 1 Monat Seit 1.1.
USA 10 Jahre 1.83% -0.3% -2.7%
UK 10 Jahre 1.41% -0.5% -3.1%
CH 10 Jahre 0.26% -1.2% -2.8%
DE 10 Jahre 0.13% -1.2% -2.5%
IG global (hdg $) 2.64% -2.1% -4.7%
HY global (hdg $) 6.26% -2.4% -2.6%

 

Aktienindizes Kurs 1 Monat Seit 1.1.
MSCI World($) 360 -2.6% -7.4%
S&P 500 4,374 -3.0% -8.0%
MSCI UK 13,239 0.8% 2.7%
SMI 11,987 -2.0% -6.9%
Eurostoxx 50 3,924 -5.9% -8.5%
DAX 14,461 -6.5% -9.0%
CAC 6,659 -4.9% -6.8%
Hang Seng 22,713 -4.6% -2.9%
MSCI EM ($) 579 -3.0% -4.8%

 

Währungen (handelsgewichtet) 1 Monat Seit 1.1.
US-Dollar -0.2%  0.6%
Euro  0.2% -0.6%
Japanischer Yen -0.3% -0.4%
Britisches Pfund -1.1% -0.5%
Schweizer Franken  0.9% -0.8%
Chinesischer Yuan  0.3% 0.4%
Rohstoffe Kurs 1 Monat Seit 1.1.
Gold ($/Unze) 1,909 6.2% 4.4%
Brent ($/Barrel) 100.99 10.7% 29.8%
Kupfer ($/Tonne) 9,919 3.6% 1.8%

Quelle: Bloomberg, Rothschild & Co, 31/12/2014 – 28/02/2022

Quelle: Bloomberg, Rothschild & Co, 31/12/2014 – 28/02/2022

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