Mosaique Views: Die Märkte im Blick

november / Dezember 2022

Die Märkte werden nach wie vor von Zinsrisiken und geopolitischen Krisen dominiert

 

Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die von diesem schrecklichen Konflikt betroffen sind, der immer noch wütet und wirtschaftliche Interessen in den Schatten stellt.

In letzter Zeit sind die Risiken an den Märkten aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen gestiegen. Inflation und Zinsen haben ihre Spitzenwerte noch nicht erreicht, während sich das Wirtschaftswachstum weiter verlangsamt.

Wie schwerwiegend der Abschwung tatsächlich ausfallen wird, ist unklar. Europa ist in diesem Winter am stärksten von der Entwicklung der Energiekosten und möglichen Versorgungsengpässe bedroht. Trotz der weit verbreiteten Erwartung einer unmittelbar bevorstehenden schweren Rezession deuten die Frühindikatoren jedoch weiterhin auf eine eher schleichende Verlangsamung hin, auch wenn Regierungen zusätzliche Maßnahmen beschließen, um sozial schwache Haushalte vor den schlimmsten Auswirkungen der Energiekrise zu schützen. Ein Lichtblick ist hier der Rückgang der Gaspreise.

In den USA ist die Wirtschaft weniger Abschwung gefährdet und weist eine gewisse Dynamik auf (trotz des schwachen BIP-Wachstums in der ersten Jahreshälfte). Die Wirtschaft Chinas hat mit fortgesetzten strukturellen Gegenwinden und einer strengen Null-Covid-Politik zu kämpfen. Das Land genießt jedoch den seltenen Luxus einer niedrigen Inflationsrate, die es der Notenbank erlaubt, eine gelockerte Geldpolitik zu verfolgen.

Daher scheint es uns noch verfrüht, von einer weltweiten „Stagflation“ zu sprechen. Dennoch bleibt das geopolitische Klima weiterhin beunruhigend, und das nicht nur wegen des anhaltenden Konflikts in der Ukraine. Dem Westen wurde verdeutlicht, dass Chinas Anspruch auf Taiwan nicht verhandelbar ist (wobei das nicht heißt, dass er auch unmittelbar durchsetzbar ist). 

Wir hatten unsere Aktiengewichtung im neuen Jahr bereits reduziert, als sich abzeichnete, dass die Zinsen schneller als erwartet steigen könnten. Nach der Meldung über den Einmarsch in der Ukraine haben wir sie weiter reduziert. Wir haben uns dafür entschieden, diese Erlöse in Geldmarkt Investments zu halten - das mag in Zeiten der Inflation ungewöhnlich erscheinen, doch kurzfristig sind Geldmarkt Investments real sogar stabiler als Wertpapiere, und es gibt uns die Möglichkeit, attraktive Investitionsgelegenheiten zu nutzen.

Wir haben unsere Aktienquote auf eine neutrale Gewichtung zurückgefahren. Die Bewertungen sind inzwischen deutlich gesunken und wir schätzen die Rentabilität der Unternehmen nach wie vor als solide ein, allerdings bleibt das Zins- und Ertragsrisiko erhöht, daher bevorzugen wir eine neutrale Gewichtung.

Einen Teil der zusätzlichen Liquidität haben wir genutzt, um unsere Bestände im Anleihebereich aufzustocken und unsere Untergewichtungen in US-amerikanischen und europäischen Portfolios zu reduzieren. Die Bewertungen von Anleihen haben sich aufgrund des beschleunigten Anstiegs der Renditen stärker verbessert als die von Aktien. Seit der Auflegung von Mosaique haben wir Anleihen taktisch untergewichtet. Wir haben nun einen weiteren Schritt zu einer neutralen Positionierung unserer US-Portfolios vollzogen, indem wir unsere Gewichtung zugunsten von Anleihen mit kürzerer Laufzeit aufgegeben haben.

Im Aktienbereich haben wir beschlossen, unsere langjährige Übergewichtung in asiatischen Schwellenländern zu reduzieren und die Erlöse für eine Verringerung der Untergewichtung in der Schweiz zu verwenden. Der Abbau von Positionen in China, wo der Markt bereits stark gefallen ist und sich die Wirtschaft des Landes, wie erwähnt, immer noch überdurchschnittlich entwickelt, ist frustrierend, aber es gibt dort derzeit keine überzeugenden Impulse für die Märkte.

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