Konjunkturprogramm weckt Risikobereitschaft

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Überblick

Globale Aktien stiegen im September um 2,3 % (in USD), während globale Staatsanleihen 1,1 % erzielten (in USD, abgesichert). Wichtige Themen waren:

  • Globale Aktien auf Allzeithochs, da China neue Konjunkturmaßnahmen ankündigt;
  • Die US-Notenbank beginnt ihren Lockerungszyklus mit stärker als erwarteter
    Zinssenkung;
  • Eskalation des Konflikts im Nahen Osten trotz zunehmender Forderungen nach
    einer Beendigung der Feindseligkeiten.



Entwicklung der US-Zinsen
Tatsächlicher und vom Markt erwarteter Zinssatz

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Quellen: Bloomberg, Rothschild & Co; Stand: 30.09.2024. Positive Performances in der Vergangenheit geben keine Hinweise auf künftige Erträge

Märkte: Erneutes Interesse an China

Globale Aktien stiegen erneut auf frische Höchststände, da die wichtigsten Zentralbanken ihre Leitzinsen weiter senkten. Die Aktien von US-Großunternehmen gewannen nach schwachen Renditen im Juli und August wieder an Schwung. Der chinesische Aktienmarkt legte (in US-Dollar gerechnet) um fast ein Viertel zu, nachdem die Behörden gegen Ende September weitere monetäre und fiskalische Unterstützung zusagten. Im Anleihenmarkt sanken die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen erneut und erreichten vorübergehend ein Jahrestief von 3,6 %. Die US-Zinskurve kehrte sich um, da die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen stärker zurückgingen als die langfristiger Anleihen. An den Devisenmärkten werteten die wichtigsten Währungen weiterhin gegenüber dem US-Dollar auf. Auch Rohstoffe verzeichneten eine breite Stärke – Gold erreichte in US-Dollar ein weiteres neues Hoch –, während Brent-Rohöl kurzfristig unter die Marke von 70 US-Dollar fiel.

Wirtschaft: Widerstandsfähigkeit und Disinflation

Die harten Konjunkturdaten aus den USA blieben positiv, da sowohl die Einzelhandelsumsätze als auch die Industrieproduktion im August zulegten. Der Arbeitsmarkt zeigte hingegen eine gemischte Entwicklung: Das Beschäftigungswachstum blieb erneut hinter den Erwartungen zurück, obwohl die Arbeitslosenquote auf 4,2 % sank und die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung den niedrigsten Stand seit vier Monaten erreichten. Insgesamt lag die US-Produktion im dritten Quartal weiterhin über dem Trend. Die Gesamtinflationsrate in den USA sank im August auf 2,5 % (im Jahresvergleich) und erreichte damit den niedrigsten Wert seit Anfang 2021. Die Kerninflation blieb mit 3,2 % stabil, was hauptsächlich auf die hartnäckigen Preissteigerungen im Dienstleistungssektor zurückzuführen ist. Die Wirtschaftsdaten der Eurozone waren allgemein gedämpfter. Der Composite PMI, eine zeitnahe Unternehmensumfrage, ging im September zum ersten Mal seit Jahresbeginn zurück. In UK setzte sich das Wirtschaftswachstum fort, doch die Inflation blieb höher: Die Gesamtinflation stagnierte bei 2,2 %, während die Kerninflation auf 3,6 % anstieg. Auf dem europäischen Festland blieb die Inflation moderat: Die Gesamtinflation in der Eurozone fiel unter 2 %, während sie in der Schweiz näher bei 1 % lag.

Politik: Fed mit großen Schritten; Nahostkonflikt verschärft sich

Die US-Notenbank senkte ihren Leitzins stärker als erwartet um 0,5 Prozentpunkte auf 4,75–5,00 % und kündigte weitere Lockerungen an. Die Geldmärkte preisten kurzfristig eine noch dovishere Ausrichtung ein. In Europa senkten die EZB und die Schweizerische Nationalbank ihre Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte, während die Bank of England ihren bei 5,00 % beließ. Geopolitisch weiteten sich die Spannungen im Nahen Osten auf den Libanon aus, und Putin drohte mit einer Eskalation. In den USA stand die Innenpolitik im Fokus, insbesondere durch ein erneutes Attentat auf Donald Trump. Kamala Harris übertraf ihren Gegner in der Präsidentschaftsdebatte, und der Kongress verabschiedete ein Haushaltsgesetz, um einen Regierungsstillstand zu vermeiden.

Portfoliokommentar

Im Rahmen unserer globalen Aktienstrategie lieferten unter anderem die Investments in den Sektoren zyklischer Konsum, Industrie und Versorger wesentliche Performancebeiträge. Nachdem in der ersten Jahreshälfte 2024 fast ausschließlich Aktien im Zusammenhang mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“ Kursgewinne verzeichneten, weitete sich die Basis der positiv performenden Aktien aus, wovon auch unser globales Aktienportfolio profitierte. Die hohe Gewichtung des Technologiesektors von etwa 20 % belastete hingegen im vergangenen Monat die Gesamtperformance. Insgesamt erzielten unsere Aktieninvestments dennoch eine positive Monatsbilanz mit (absolut gesehen) erfreulichen Renditen.

Auch unsere Renteninvestments entwickelten sich im Einklang mit der allgemeinen Marktlage positiv und trugen im Vergleich zu den Vormonaten deutlich zur Gesamtperformance bei. Haupttreiber war hier die längere Duration, die von den sinkenden Zinsen und Renditen im Rentenportfolio profitierte. Die Risikoprämien für Unternehmensanleihen blieben in Einklang mit der positiven Aktienmarktentwicklung auf niedrigem Niveau und wirkten sich ebenfalls positiv auf das Portfolio aus.

Sektor-Entwicklung des MSCI World
September 2024

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Quelle: Bloomberg, Rothschild & Co, 31.08.2024 bis 30.09.2024 Aufgrund einer positiven Performance in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erträge geschlossen werden.


Einkaufsmanagerindizes und Ifo Geschäftsklimaindex (Punkte):
Das verarbeitende Gewerbe ist auf sinkende Zinsen angewiesen

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Quelle: Bloomberg, Rothschild & Co, 30.09.2024
Aufgrund einer positiven Performance in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erträge geschlossen werden.

Kapitalmarktausblick und Positionierung

Zu Beginn des vierten Quartals präsentiert sich das makroökonomische Umfeld uneinheitlich. Die USA verzeichnen weiterhin ein vergleichsweise robustes Wachstum, wenngleich sich auch dort der Arbeitsmarkt allmählich abkühlt. Sowohl in den USA als auch in Europa stammen die Wachstumsimpulse vorwiegend aus dem Dienstleistungssektor, während die von uns erwartete Erholung des verarbeitenden Gewerbes bislang ausblieb. Stagnierende Volkswirtschaften in Europa und die allmähliche Abschwächung in den USA schaffen bei gleichzeitig rückläufiger Inflation aber zusätzlichen Spielraum für Zinssenkungen seitens der Fed und EZB. Wir erwarten von beiden Notenbanken im laufenden Jahr weitere Zinsschritte, die zu einem deutlich niedrigeren Zinsniveau führen sollten.

Zinssenkungen in den Industrieländern in einem nicht-rezessiven Umfeld bieten insbesondere Aktien weiteres Aufwärtspotenzial, auch wenn die aktuellen Bewertungen als eher anspruchsvoll gelten. Zudem dürften Anleihen von den sinkenden Inflationsraten und Zinsen profitieren; sie sollten in den kommenden Monaten ebenfalls weiteres Wertsteigerungspotenzial aufweisen.

Wertentwicklung (Stand 30.09.2024 in lokaler Währung)

Aktien (MSCI-Indizes $) Monat Jahr
Global 2,3 % 18,7 %
USA 2,1 % 21,3%
Kontinentaleuropa ex Schweiz 0,8% 12,4 %
Vereinigtes Königreich 0,3 % 15,4 %
Schweiz -1,2 % 10,4 %
Japan -0,6 % 12,4 %
Pazifischer Raum (ohne Japan) 7,4 % 15,1%
Schwellenländer Asien 8,0 % 21,6 %
Schwellenländer (ohne Asien) 1,5 % 0,4 %
Anleihen Rendite Monat Jahr
Globale Staatsanleihen (hdg. $) 2,85 % 1,1 % 3,8 %
IG global (hdg $) 4,33 % 1,6 % 5,3 %
HY global (hdg. $) 7,29 % 1,8 % 9,5 %
US 10 Jahre 3,78 % 1,3 % 4,1 %
DE 10 Jahre 2,12 % 1,5% 1,3 %
VK 10 Jahre 4,00 % 0,3 % -0,1 %
CH 10 Jahre 0,41 % 0,6 % 3,0 %

 

Währungen (handelsgewichtet) Monat Jahr
US-Dollar -1,0 % 1,8 %
Euro 0,0 % 1,4 %
Britisches Pfund 1,2 % 5,4 %
Schweizer Franken -0,2 % -0,7 %

Anmerkung: "Währungen" sind die handelsgewichteten nominalen effektiven Wechselkurse von JP Morgan

Rohstoffe ($) Kurs Monat Jahr
Gold  2635 5,2 % 27,7%
Brent-Rohöl 72 -8,9 % -6,8 %
Erdgas (€) 39 -2,0 % 20,7 %

Quelle: Bloomberg, Rothschild & Co.

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