This site uses cookies to help us manage and improve the website and to analyse how visitors use our site. By continuing to use the website, you are agreeing to our use of cookies. For further information about cookies, including about how to change your browser settings to no longer accept cookies, please view our Cookie Policy. CIick for more info.

Wealth Management: Unser Beitrag für eine nachhaltigere Welt

Interview mit François Pérol Geschäftsführender Gesellschafter von Rothschild & Co und Head of Wealth & Asset Management - geführt von Geraldine Gouges, Head of Responsible Investments und William Haggard, Head of Investment Insights, Rothschild & Co

François Pérol, Head of Wealth & Asset Management, erläutert wie Rothschild & Co seine Verantwortung wahrnimmt, im Kampf gegen den Klimawandel einen Beitrag zu leisten.

Im letzten Jahr verpflichtete sich China bis 2060 CO2-neutral zu werden, Präsident Biden erklärte die USA würden wieder dem Pariser Klimaabkommen beitreten und die EU führte die Umsetzung ihrer Strategie zur Klimaneutralität in 2050 fort. Welche Rolle kann der Finanzsektor angesichts dieser Initiativen im Kampf gegen den Klimawandel spielen? 

Der Wille, den Klimawandel zu bekämpfen, der 2020 von verschiedenen Regierungen auf der ganzen Welt geäußert wurde, stellt einen wesentlichen Anknüpfungspunkt dar. Er hilft einen gemeinsamen Kurs festzulegen, sorgt für eine klare Führung und stellt sicher, dass viele Nationen an einem Strang ziehen. Unterstützt werden hierdurch aber auch lokale und supranationale Fahrpläne. Diese wiederum liefern Anhaltspunkte zu konkreten Maßnahmen, die von verschiedenen Sektoren der Wirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel zu ergreifen sind. Ein Beispiel hierfür ist der EU-Aktionsplan „Sustainable Finance“ für den Finanzsektor.

Wir bei Rothschild & Co sind überzeugt, dass der Finanzsektor im Kampf gegen den Klimawandel eine wesentliche Rolle zu spielen hat. Er fungiert als Katalysator für die Finanzierung von Innovationen und kann Finanzströme hin zu Sektoren oder Akteuren leiten, die dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft den Weg ebnen. Anlegern stehen im Wesentlichen zwei Vorgehensweisen zur Verfügung:

1. Sie können ESG-Aspekte zu einem Teil ihrer Anlageprozesse machen, um Kapitalströme zu Unternehmen zu lenken, die sich dem Ziel der Bekämpfung des Klimawandels verpflichtet haben.
2. Sie können Unternehmen in Diskussionen über ihre Geschäfts- und Umweltpraktiken von einem umweltfreundlicheren Kurs überzeugen.

Schon vor ein paar Jahren hat sich der Finanzsektor zur Bekämpfung des Klimawandels verpflichtet. In den letzten 24 Monaten hat diese Entwicklung weiter an Dynamik gewonnen. Das zeigte sich an der Attraktivität von Anlageprodukten mit dem Schwerpunkt Klima und dem wachsenden Einfluss gemeinschaftlicher Initiativen vor dem Hintergrund der globalen Pandemie.

Wie leisten wir bei Rothschild & Co als Investoren einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels?                            

Die Art und Weise, wie wir das Vermögen unserer Kunden anlegen, ist ein Schlüsselfaktor im Kampf gegen den Klimawandel. Die meisten unserer Investmentgeschäftsfelder haben in den letzten Jahren bereits Richtlinien in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) eingeführt. 2019 entschlossen wir uns noch einen Schritt weiter zu gehen, und haben eine ESG-Roadmap 2022 definiert. Sie bietet eine gemeinsame Struktur für unsere Aktivitäten in den Bereichen Merchant Banking und Wealth & Asset Management.
Unsere nachhaltige Anlagestrategie legt eine Reihe von gemeinsamen Zielsetzungen in allen Geschäftsbereichen fest und stellt sicher, dass ESG-Integration, gemeinschaftliche ESG-Aktivitäten und ESG-Produktentwicklung in einen konsistenten und wirksamen Rahmen eingebettet sind. Weitere Details unserer Roadmap für nachhaltiges Investieren haben wir in unserem Geschäftsbericht 2020 veröffentlicht.
Betrachten wir einige praktische Beispiele für den Kampf gegen den Klimawandel: Im Jahr 2020 haben alle unsere Anlageteams Investmentgrundsätze für den Sektor „thermische Kohle“ eingeführt, die mit dem internationalen Plan für den Kohleausstieg der Global Coal Exit List im Einklang stehen. Diesen Grundsätzen gemäß werden unsere Anlageteams in Zukunft weder in Unternehmen, die Neubau- und/oder Erweiterungsprojekte bei thermischen Kohlebergwerken oder Kohlekraftwerken nachgehen, noch in Unternehmen mit einem Engagement in thermischer Kohle oberhalb bestimmter Schwellen investieren oder Kredite an solche Unternehmen vergeben, sofern diese Unternehmen nicht eine glaubwürdige Strategie für den Ausstieg aus thermischer Kohle verfolgen.

Ein weiteres Beispiel ist die Integration von Klimafaktoren in die Investmentprozesse unseres Wealth Management Teams. Bei diesem Ansatz werden physische Risiken ebenso wie durch die Energiewende herbeigeführte Risiken für die Unternehmen ermittelt, in die wir investieren. Mit einer Bewertung dieser Risiken können wir uns einen besseren Überblick über die Auswirkungen verschaffen, die der Klimawandel auf unsere Portfolios haben wird.
Auch unsere Unterstützung von gemeinschaftlichen Initiativen ist ein zusätzliches Beispiel für den Kampf gegen den Klimawandel. So sind etwa alle Geschäftszweige Unterzeichner der UN-Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investieren. Was das konkrete Thema Klimawandel betrifft, ist unser Geschäftsbereich Asset Management in Europa im Jahr 2019 der Initiative Climate 100+ beigetreten. Sie soll bei Unternehmen, die weltweit am meisten Treibhausgase ausstoßen, notwendige Schritte zur Bekämpfung des Klimawandels fördern. Im gesamten Unternehmen unterstützen wir ferner die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) und werden unseren Ansatz beim Klimarisiko schrittweise an die Offenlegungsempfehlungen der TCFD angleichen.

Rothschild & Co wurde für 2018 und 2019 das Label „klimaneutral“ bei den betrieblichen Treibhaus-gasemissionen verliehen. Es wurde ein Plan zur Reduzierung von Treibhaus-gasemissionen entwickelt, ein Ziel für die Reduzierung von Treibhaus-gasemissionen aufgestellt und unvermeidbare Emissionen durch eine Kompensation ausgeglichen.

Welche Schritte ergreifen wir zur Ermittlung von CO2-Emissionen aus dem Geschäftsbetrieb und zur Reduzierung unseres direkten ökologischen Fußabdrucks?

Wir betätigen uns in mehreren Initiativen, um unsere Umweltauswirkungen als Unternehmen zu minimieren. Eines unserer Ziele ist, bis 2025 für alle unsere Büros Strom zu 100% aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Ende 2019 stammten bereits 56% des von uns verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energieträgern. Als weitere Maßnahmen haben wir einen internen CO2-Preis eingeführt, der Treibhausgasemissionen einen monetären Wert zuordnet. Damit wollen wir unsere Mitarbeiter anregen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. (Siehe Abbildung 1 mit einer Übersicht über unsere Treibhausgasemissionen in den letzten Jahren). Die Finanzmittel aus dem internen CO2-Preis können für die Entwicklung weiterer kleinmaßstäblicher CO2-Reduzierungspotenziale und Nachhaltigkeitsprojekte verwendet werden.
Im Jahr 2020 haben wir außerdem unser Ziel erreicht, die negativen Umweltauswirkungen durch verwendete Büromaterialien zu begrenzen. Denn wir haben dafür gesorgt, dass unser gesamtes Papier aus nachhaltigen Quellen beschafft wird. Hinzu kommt unsere Selbstverpflichtung, unnötige Einwegartikel aus Plastik in unseren Büros zu reduzieren. Inzwischen sind schon 27 Büros frei von unnötigem Einwegplastik.
Ein weiteres Beispiel für unsere Bemühungen zur Minimierung von Risiken und zur Förderung von Transparenz ist ein Bericht, den wir jedes Jahr beim CDP Climate Change mit einschlägigen Angaben vorlegen. Im Jahr 2020 erreichten wir hierbei das höchstmögliche Rating von ‚A.

Erwartet Rothschild & Co für die Zukunft eine zunehmende Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen und, wenn ja, wie ist das Unternehmen hierfür positioniert?

Die COVID-19-Krise hat der Weltwirtschaft einen herben Schlag versetzt und Anleger wenden sich von eher traditionell aufgestellten Fonds ab. Demgegenüber haben ESG-Fonds während der gesamten Pandemie das Vertrauen der Anleger bewahren können. 
In den kommenden Jahren rechnen wir mit einer steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen. Gestärkt wird dies durch das wachsende Bewusstsein von Kunden für ESG-Aspekte ESG-Aspekte, das Interesse an ESG-konformen Produkten sowie die weitere Entwicklung des regualtorischen Umfelds, mit mit starken Impulsen seitens europäischer Politiker auf eine grüne wirtschaftliche Erholung zu setzen.
Die COVID-19-Krise hat ebenfalls zu einer Beschleunigung dieses Trends beigetragen, denn sie hat den Zusammenhang zwischen der Pandemie und dem Verlust an biologischer Vielfalt durch industrielle landwirtschaftliche Verfahren deutlich gemacht. Mit Blick auf die Zeit nach der Pandemie stellen nachhaltige Anlagen für Rothschild & Co eine wesentliche geschäftliche Chance dar.

Weitere Informationen

Weitere Informationen, wie unsere Geschäftsfelder Wealth & Asset Management und Merchant Banking unsere nachhaltige Anlagestrategie in Produkte und Dienstleistungen integrieren, sind unserem Geschäftsbericht 2020 zu entnehmen.

Zugehörige Dateien

Laden Sie das vollständige PDF (199KB)

 

Wichtige Informationen